Gotthard Deppermann (Sr.)

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Gotthard Deppermann, um 1928
Karte des Reichslandes Elsass-Lothringen von 1905

Friedrich Carl Theobald Otto Gotthard Deppermann (* 1. April 1871 in Ellguth–Tillowitz, Kreis Falkenberg (Oberschlesien); † 7. November 1961 in Köln) war ein deutscher Zollbeamter.

Geburt, Eltern, Kindheit, Schule

Gotthard wurde als drittes von fünf Kindern geboren. Sein Vater, Friedrich Wilhelm Ludwig Deppermann (* 29. April 1830 in Pyrmont; † 20. August 1889 in Groß-Hettingen), der in verschiedenen zeitgenössischen Unterlagen als Feldmesser bzw. Kaiserlicher Wegemeister überliefert wird und daher in der Zeit vereits verbeamtet war, stammte aus Westfalen, Ursprungsregion der Familie Deppermann und der Vorfahren aus den Ahnenlinien von Hagen und Orth ab Hagen. Friedrich Wilhelm Ludwig stand im Dienste von Kaiser und Reich und war in den 1870er Jahren nach Oberschlesien entsandt, wo seine Frau Louisa Carolina Wilhelmine (Minna) Deppermann (geb. Merkel) drei ihrer fünf Kinder zur Welt brachte.

Geburtsurkunde

Geburtsurkunde, Abschrift von 1886:

          Dem Feldmesser Friedrich Wilhelm Ludwig Deppermann ist von dessen Ehefrau Minna geb. Merkel zu Ellguth geboren worden: im Jahre Achtzehnhundert ein und siebzig den ersten April ... 1871 den 1. April ... ein Sohn der 1871 den 15. Juni die hl. Taufe und die Namen: Friedrich, Carl, Theobald, Otto, Gotthard erhalten hat. Die Richtigkeit obiger Abschrift aus dem Taufbuche der katholischen Pfarrkirche zu Tillowitz bezeugt. Tillowitz in Ober-Schlesien, den 4ten Mai 1882 Das Katholische Pfarramt gez. Ronge Die Übereinstimmung vorstehender Abschrift mit dem mir vorgelegten Original beglaubigt. Groß-Hettingen, den 20ten Juni 1886 Der Bürgermeister J.W.“
Karte von Albestroff (deutsch Albesdorf) des Kaiserlichen Wegemeisters Friedrich Wilhelm Ludwig Deppermann, damals Reichsland Elsaß-Lothringen, heute Département Moselle in der Region Grand Est, Frankreich

Umzug, Kirche, Gesundheit, Schule und Ausbildung von 1882 bis 1886

Kirche Saint-Étienne in Groß-Hettingen

Der „Kaiserliche Wegemeister“ Friedrich Wilhelm Ludwig Deppermann, wie im Führungszeugnis des Sohns (s. u.) steht, wurde ca. 1873 in das Reichsland Elsaß-Lothringen nach Groß-Hettingen versetzt und setzte dort seine Tätigkeit als Straßenplaner fort. Seine Familie und natürlich der kleine Gotthard zogen mit ihm. Aus der Zeit sind stadtplanerische Ansichtszeichnungen aus seiner Hand überliefert, die ganze Straßenzüge und Wohnquartiere abbilden (siehe Karte von Albesdorf).

Schuldokumente

  • 1882 am 5. August als Schüler des Progymnasium Diedenhofen das Zeugnis der Sexta erhält
  • 1884 am 10. Juni zum „dritten Male ohne Erfolg wiedergeimpft“ wurde, und zwar in Diedenhofen durch Dr. Dietrich
  • 1886 am 1. Juni als Schüler des Progymnasiums zu Diedenhofen eine „sehr gute Führung“ und
  • Unbescholtenheit bescheinigt erhält und zwar vom Bürgermeister von Groß-Hettingen, Reichsland Elsaß-Lothringen. -> Ortschafts-Verzeichnis von Elsaß-Lothringen, Straßburg, 1884
  • 1886 am 14. Juni von der Kirche von Metz, dem Pfarramt von Thionville bescheinigt erhält, die Erste Kommunion in Thionville am 2. Mai 1886 und die Konfirmation in der selben Kirche am 14. Juni 1886 empfangen zu haben.
Gotthard Deppermann als Unteroffiziersschüler am 17. Februar 1888

Militärische Laufbahn

Unteroffiziersschule

Haupttor der Zitadelle in Wesel mit dem preußischen Adler
Bestallungsurkunde zum Vizefeldwebel, Text im Artikel

Der Beginn seiner militärischen Laufbahn war 1887 mit 15 Jahren, wie es bei vielen Familien zu der Zeit zum guten Ton gehörte, eine Laufbahn in Uniform anzustreben, in seinem Fall als Unteroffizier. Das Foto rechts zeigt ihn als 16-jährigen Unteroffiziersschüler am 17. Februar 1888 in der Unteroffiziersvorschule (Hainkaserne, eröffnet 1877) in Weilburg an der Lahn.[1]

Dokumente der Unteroffiziersschule

  • Rückseite des CdV-/Kabinettfotos rechts mit persönlichen (späteren) Notizen
  • Dort erhält er am 25. Mai 1887 (Abschrift) Zeugnis über „den Zögling Gotthard Deppermann der I. Kompagnie“ der Unteroffizier-Vorschule Weilburg

Aktiver Dienst als Unteroffizier

Rangabzeichen der Preussischen Armee um 1901, hier "Unteroffizierslitzen" am Uniformkragen, bestehend aus "Kragentressen" am oberen Kragenrad und dem "grossen Adlerknopf", Statussymbol für die Dienstgrade Feldwebel und Sergeant.

In der Zeit, in der Gotthard Deppermann gedient hat - heute würden wir dazu sagen „Berufssoldat gewesen ist“ - hat das Deutsche Reich drei Kaiser aber keinen Krieg gesehen. Wie lange die Unteroffiziersvorschule gedauert hat, ist derzeit noch unklar, aber es kann von mindestens zwei Jahren ausgegangen werden, da er später 11 Jahre Indienststellung hatte, wie aus den Urkunden hervorgeht.

Aus dem Zeitraum, der von zahlreichen Übungen geprägt gewesen sein wird, ist konkret recht wenig überliefert. Klar jedoch ist, dass er als Unteroffizier aus der Unteroffiziersvorschule entlassen und an seine Einheit überstellt wurde und zwar an die 1. Kompanie des 8. Westfälischen Infanterie Regiments "Herzog Ferdinand von Braunschweig" Nr. 57 in die Zitadelle nach Wesel am Niederrhein.

Dokumente des Unteroffiziers

1. Kp. 8. West. Inf. Reg. Nr. 57, 1899/1900
  • Zweiseitiger Auszug des Infanterie Regiments "Herzog Ferdinand von Braunschweig", 8. Westfälisches Nr. 57 aus der Rang- und Quartiers-Liste der Königlich Preußischen Armee für 1893 mit Anciennetäts-Listen der Generalität und der Stabsoffiziere - Nach dem Stande vom 1. April 1893 - Auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers und des Königs. Der in der Rangliste 1893 vermerkte Hauptmann Sprenger wird 7 Jahre später die letzte Beförderung Deppermanns zum Außeretatmäßigen Vizefeldwebel unterzeichnen, Urkunde, die hier angefügt ist.
  • Besitz-Zeugnis an den Sergeanten Deppermann über den Erhalt des 2. Preises beim Preisschießen der Untffz. Uebungs-Kompagnie auf dem sehr bekannten Truppenübungsplatz Arys, Kreis Johannisburg, Ostpreußen vom 21. Oktober 1893
  • Zeitgenössischer Lageplan des Truppenübungsplatzes bei Arys, Kreis Johannisburg, Ostpreußen
  • Fotos aus einem Manöver am 6. September; zu sehen (Deppermann angekreuzt) sind Unteroffiziere in Waffenrock mit Mannschaftspickelhaube (ein Mal ohne und ein Mal mit Tarnüberzug und Regimentsziffer "57"), im oberen Foto mit Schützenschnur, Infanterie Offiziers Degen Mod. 1889 (IOD89) in Trageweise bis 1910 (2 Schleppringe), ungeschwärzte Knobelbecher.
  • Bestallungsurkunde zum Vizefeldwebel des Deppermann, Karl Theobald Otto Gotthard, 10. Mai 1900
  • Rechts: 1900 Abschlussfoto, Deppermann rechts außen.

Der Sergeant Karl, Theobald, Otto, Gotthard Deppermann der 1ten Kompagnie Infanterie Regiment Herzog Ferdinand von Braunschweig (8. Westf.) No 57 geboren den 1ten April 1871 zu Tillowitz, Kreis Falkenberg, Reg. Bez. Oppeln ist, nachdem er 11 Jahre ~ Monate, und darunter 6 Jahre 10 Monate als Sergeant pflichttreu gedient, sich gute Dienstkenntnisse erworben und jederzeit zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten geführt hat, unter dem heutigen Datum zum außeretatmäßigen Vizefeldwebel ernannt worden, worüber ihm gegenwärtige Bestallung ertheilt wird. Wesel den 10ten Mai 1900, J.A. – Sprenger, Oberstleutnant

Familiengründung und berufliche Entwicklung von 1896 bis 1918

Wappen der Preußischen Rheinprovinz

Die gesamte Zeit von 1896 bis 1918 wird Gotthard mit seiner Familie in der Rheinprovinz des Deutschen Kaiserreichs leben und seinen Dienst verrichten.

Die Zeit am Niederrhein von 1896 bis 1905

Schon während seiner Zeit als Sergeant der Königlich Preußischen Armee lernte Gotthard seine zukünftige Ehefrau in seinem Wohnumfeld am Niederrhein im Kreis Wesel kennen, wo auch sein "Arbeitgeber", das Infanterie Regiment "Herzog Ferdinand von Braunschweig", 8. Westfälisches Nr. 57 stationiert war und gründete eine Familie.

Die kaiserliche Garnisonstadt Wesel beherbergte vier preußische Regimenter, die Zitadelle das Infanterie-Regiment „Vogel von Falckenstein“ (7. Westfälisches) Nr. 56 und das Infanterie-Regiment „Herzog Ferdinand von Braunschweig“ (8. Westfälisches) Nr. 57. Letzteres bestand aus drei Bataillonen zu je vier Kompanien und hatte eine Friedensstärke von 2.364 und eine Kriegsstärke von 3.240 Mann. Ebenso angesiedelt waren das 1. Westfälische Feldartillerie–Regiment Nr. 7 sowie das Clevesche Feldartillerie–Regiment Nr. 43. Die Erinnerung an diese Weseler Regimenter lebte auch nach ihrer Auflösung infolge des Versailler Vertrages fort. Traditionsvereine, Traditionszeitungen und Treffen von Garnison oder Regimentern gab es bis in die späten 1960er Jahre.[2]

Am Niederrhein heiratete er und seine ersten vier Kinder wurden geboren. Die Ereignisse:

  • 1895 - Alter 23 - Hochzeit mit: Johanna Maria Gertruda am 12. Januar 1895
  • 1896 - Alter 24 - Geburt der Tochter: Elisabeth Emilie in Millingen am 28. Jan. 1896
  • 1897 - Alter 26 - Geburt der Tochter: Elfrieda Gerta Wilhelmine in Wesel, Kreis Rees in elterlicher Wohnung am 22. Nov. 1897
  • 1899 - Alter 27 - Geburt des Sohnes: Gotthard Hugo Ludwig in Wesel, Kreis Rees am 28. Feb. 1899

Es galt also, eine sechsköpfige Familie mit dem Gehalt eines Sergeanten der Königlich Preußischen Armee zu ernähren. Aus heutiger Sicht zweifelsohne ein fast unmögliches Unterfangen.

Ein Sergeant mit weniger als 9 Dienstjahren bzw. Unteroffizier nach 5,5 Dienstjahren verdiente rund 500 Mark/Jahr, das entspricht auf heute umgerechnet rund 300 Euro/Monat und nach 9 Dienstjahren rund 600 Mark/Jahr das entspricht auf heute umgerechnet rund 350 Euro/Monat. Aber damals war die Kaufkraft dieser Summen weitaus höher.

Beginn der Karriere als Zollbeamter

Bestallung zum Grenzaufseher, Cöln, 5. März 1902

Gotthard zog ca. 1901 mit seiner Familie von Wesel in ein größeres Haus nach Haßum bei Cleve und bewarb sich noch in dem Jahr für den Kaiserlichen Zolldienst als "Grenz-Aufseher auf Probe". Im Jahr 1902 wurde er nach erfolgreicher Beendigung der Probezeit bestallt.

Dokumente zur Bestallung beim Zoll

Johanna Maria Deppermann mit einem der kleinen Kinder, Malmedy, ca. 1910/1911
  • Rechts: Bestallung der "Königlichen Steuer Provinzial Direction" (Trockenprägung oben links im Dokument) des „bisherigen Grenzaufsehers auf Probe [..] wird hiermit von 1. Januar 1902 ab zum Grenzaufseher ernannt“, Cöln, 5. März 1902.
  • Eidablegung vom 13. März 1902 nebst Belehrungsblatt

Zwischenzeitlich ging es auch mit der Ehe und der Geburt von weiteren Kindern voran:

  • 1902 - Alter 31 - Geburt der Tochter: Berta Ella Georgine in Haßum bei Kleve am 4. Apr. 1902
  • 1903 - Alter 32 - Geburt der Tochter: Maria Johanna in Haßum bei Kleve am 24. Jul. 1903
  • 1905 - Alter ‎34‏ - Geburt der Tochter: Johanna Helene in Haßum bei Kleve in Jahr 1905

Die Zeit in Monschau und Malmedy von 1905 bis 1914

Karte der Rheinprovinz 1815 bis 1919, Regierungsbezirke hervorgehoben, 1905

Nach rund vier Jahren Dienst beim Zollamt in Cleve wurde Gotthard 1905 in das Kaiserliche Zollamt nach Montjoie (Monschau) versetzt.

In Montjoie kamen nach vier Jahren der Pause für seine Frau weitere Kinder zur Welt:

  • 1909 - Alter 38 - Geburt der Tochter: Wilhelmine Ämilia in Montjoie (Monschau), seither Bez. Aachen am 16. Mai 1909
  • 1910 - Alter 39 - Geburt der Tochter: Josefine Franziska in Montjoie (Monschau), seither Bez. Aachen am 18. Mai 1910

Im Sommer 1910 kommt es zu einer bestandenen Prüfung und einer Beförderung:

Die zwölfjährige Berta Ella (Ellen) Georgine Deppermann und zwei der kleinen Schwestern, die Mutter schaut aus dem Fenster, Malmedy, 1914
  • In Cöln gibt der Präsident der Königlich Preußischen Oberzolldirektion für die Rheinprovinz dem Zollaufseher Deppermann aus Montjoie bekannt, dass er die Prüfung zur Beförderung zum Zollsekretär oder Oberzolleinnehmer mit „genügend“ bestanden hat, Cöln, 23. Juni 1910
  • Die „KÖNIGLICHE OBERZOLLDIREKTION“ (Blindprägung) ernennt „den bisherigen Zollaufseher Deppermann ab dem 1. August 1910 zum Zollsekretär.“, Cöln, 20. Juli 1910

1910: Mit der französischen Sprache konnte Gotthard Deppermann stets gut umgehen, denn er wohnte bereits als Jugendlicher im Reichsland Elsaß-Lothringen, wie oben nachzulesen ist. Auch daher wurde er nach seiner Tauglichkeit und weiteren Beförderung in Montjoie (genannte Dokumente) in das Grenz-Zollamt nach Malmedy versetzt. Von 1815 (Wiener Kongress) bis 1920 (Versailler Vertrag) war Malmedy Teil der Preußischen Rheinprovinz und Sitz der Kreisverwaltung Landkreis Malmedy. 1920 kam Malmedy zusammen mit Eupen und Sankt Vith zum Königreich Belgien (siehe Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens). Zur Zeit der Zugehörigkeit zum Deutschen Kaiserreich war die Amtssprache Deutsch, die Umgangssprache einer großen Minderheit der Bevölkerung des Gebietes (28,7 % im Jahr 1900) jedoch Französisch bzw. Wallonisch, ein galloromanischer Dialekt. Es gab eine deutschsprachige Zeitung (Der Landbote). Malmedy ist heute Teil der Französischen Gemeinschaft Belgiens.

Gotthard Deppermann in Überrock-Uniform des Preußischen Zolls, 1918
  • Foto rechts, ca. 1910/1911 Malmedy, Gotthards Frau Johanna Maria mit einem der kleinen Kinder,

während am neuen Dienstsitz in Malmedy bald darauf die letzten beiden Kinder auf die Welt kommen; 1912 - Alter 40 - Geburt der Tochter: Elisabeth Erika in Malmedy am 11. Jan. 1912 und 1913 - Alter 42 - Geburt der Tochter: Ella Theres in Malmedy am 9. Sept. 1913

  • Foto rechts, 1914 – Malmedy, vor dem Haus stehen die zwölfjährige Berta Ella (Ellen) Georgine Deppermann und zwei der kleinen Schwestern, die Mutter schaut aus dem Fenster

Die Weltkriegszeit in Cöln von 1914 bis 1918

Gotthard Deppermann Sr. mit fünf seiner jüngsten Töchter an Pfingsten 1919 in der Flora in Köln

Fortan wird Gotthard Deppermann in Köln leben. 1914 nach Kriegsausbruch wird Gotthard nach Cöln in die Oberzolldirektion, Dienststelle "Königliches Zollamt I, Cöln" versetzt. Mit der Familie wohnt er in der Gellertstraße 18 in Cöln-Nippes.

  • 1915, Köln, Grevens Adressbuch, seine Dienststelle ist Zollamt I, Köln-Mülheim, Deutzer Straße 97, Fernsprecher Amt Mülheim 462
  • Die ganze Zeit des I. Weltkrieges ist Gotthard als Zollbeamter unabkömmlich und somit per Karten „zurückgestellt“, zuletzt hier gültig vom 22. August bis 31. Dezember 1918

Nach dem des I. Weltkriegs werden allen Bürgerinnen und Bürgern Ausweise auf Vordrucken der englischen Besatzungsmacht ausgestellt, so auch dem Ehepaar Deppermann:

  • 1918, Köln, Ausweis für Johanna Deppermann geb. Zweden
  • 1918, Köln, Ausweis vom 27. Dezember für Gotthard Deppermann by AUTHORITY OF THE BRITISH MILITARY GOVERNOR

Interessant ist, dass Gotthard letztgenannten Ausweis offensichtlich selbst ausgefüllt hat.

Wappen des Deutschen Reichs in der Weimarer Republik
Gotthard Deppermann Jr. in Uniform der Reichswehr beziehungsweise vorläufigen Reichswehr, 1919

Die Zeit der Weimarer Republik ab 1919

Bis zur Währungsreform 1924

Gotthard Deppermann in der Uniform eines Kaiserlichen Zollobersekretärs mit vier der jüngsten Töchter, Köln, 1921

Das Jahr 1919 ist für Vieles ein Neuanfang: Die Weimarer Republik war frisch gegründet, Friedrich Ebert war Reichspräsident und der Kaiser hatte schon vor einem halben Jahr abgedankt als Gotthard Deppermann

  • 1919 mit seinen fünf jüngsten Töchtern zu Pfingsten dieses Foto aufnehmen ließ (rechts zu sehen).

Die 12-köpfige Familie wohnt weiterhin in der Gellertstraße 18 in Köln-Nippes. Der einzige Sohn der Familie, Gotthard jun., ist nach seiner Kriegsverwundung genesen und nach Kriegsende noch beim Militär.

Am 9. November 1918 erfolgte während der Novemberrevolution die Ausrufung der Republik, wodurch die sofortige Flucht des Kaisers Wilhelm II. in die Niederlande veranlasst wurde.

Zwei Tage später erfolgte die Unterzeichnung des Waffenstillstands von Compiègne am 11. November 1918 womit die – neue – Regierung der zügigen Räumung der besetzten Gebiete zugestimmt hat. Bereits am 12. November begann der Rückzug an der Westfront, bis zum 17. Januar 1919 waren auch die linksrheinischen Gebiete frei von deutschem Militär. Nun galt es, diese immer noch mehrere Millionen Soldaten zählenden Verbände der „Alten Armee“ schrittweise abzurüsten. Dies geschah in den zuvor bestimmten Demobilmachungsorten, üblicherweise den jeweiligen Heimatgarnisonen; für die Regimenter mit linksrheinischen Garnisonen wurden Demobilisierungsorte im Innern des Reichs bestimmt.

Der Rat der Volksbeauftragten und die Oberste Heeresleitung beabsichtigten, nach der Demobilisierung noch bestehende Truppenteile in ein Friedensheer zu überführen. Am 19. Januar 1919 erließ die Reichsregierung die „Vorläufigen Bestimmungen über die Bekleidung des Friedensheeres“ im Armeeverordnungsblatt 1919, Nr. 85; die am 6. Februar 1919 zusammengetretene Weimarer Nationalversammlung beschloss aber am 6. März 1919 das Gesetz über die Bildung einer vorläufigen Reichswehr.[3]

Aus dieser Situation heraus schickt der Sohn Gotthard Deppermann jun.

  • 1919 eine Postkarte mit seinem Foto an die Eltern, rechts zu sehen. Eindeutig zu erkennen ist das Verwundeten-Abzeichen in schwarz und der neuartige Eichenlaub-Kranz um die Preußische Kokarde der Schimrmütze herum, bereits in der Machart für die Reichswehr. Er trägt eine neuartige Feldbluse mit Brusttaschen und die klassischen Wickelgamaschen.

Doch Sohn Gotthard Jr. beendete seinen Militärdienst noch im Jahr

  • 1919 um anschließend einen Lehrvertrag mit der Firma E. E. Hölke, Vertretung der Motorenfabrik Oberursel Aktien-Gesellschaft in Köln, Domstraße 39 abzusprechen bei Voranstellung eines Volontariats ab dem 15. November 1919. Der Vertrag selbst wurde dann
  • vom Vater mit unterschrieben und ebenso auch die Erklärung zur Verpflichtung der Übernahme von Schäden, die der Sohn Gotthard jun. vorsätzlich oder grob fahrlässig zufügen könnte. 25. Februar 1920.

Das Leben geht in der "Normalität" der Nachkriegsjahre weiter.

  • Am 21. April 1921 wird seine Tochter Wilhelmine im Impfbezirk Köln-Nippes „mit Erfolg“ wiedergeimpft.

Außerdem wachsen sein Töchter weiter heran und ab und zu gönnt sich die Familie eine Kabinettaufnahme, zu der nie die Mutter hinzugekommen ist. Offensichtlich gibt es mit 10 Kindern im Haus sehr viel zu tun. Im Jahr

  • Rechts zu sehen: 1921 lässt sich Gotthard mit vier seiner Töchter noch in der Uniform eines Kaiserlichen Zollobersekretärs ablichten. Die alten Kgl. Preußischen bwziehungsweise Kaiserlichen Uniformen mit Pickelhaube durften zu offiziellen besonderen Anlässen weiter getragen werden. Den Dienstrang erkennt man an den Schulterstücken, den Dienstgradabschnitt an der Stickerei am Kragen.
  • Am 16. April 1922 erhält Gotthard eine Postkarte von seiner „Ältesten“, ersten Tochter Elisabeth Emilie, vom Drachenfels bzw. der Loreley, abgeschickt in Königswinter, in eine Dienststelle "Apostelkloster 2" geschickt.

Wie "einfach" das Leben in diesen Jahren weiter ging, sieht man auch an der Einfachheit der nicht mehr so prunkvollen Urkunden. Ein wesentlicher Beförderungsschritt trat für den Oberzollsekretär Gotthard Deppermann ein, als er endlich im Jahr 1922 erneut befördert wurde:

  • Mit 51 Jahren wird Gotthard Deppermann durch den Präsidenten des Landesfinanzamtes von Hachling im Auftrage des Reichsministers der Finanzen zum Zollinspektor in der Reichsfinanzverwaltung ernannt und bestellt. Urkunde vom 21. April 1922, rechts zu sehen

Die Töchter gehen natürlich fast alle noch in die Schulen. Ein paar Häuser weiter von der Wohnung aus gesehen befindet sich die Katholische Volksschule Köln-Nippes in der Gellertstraße 4-8, die im Jahr

  • 1923: seiner Tochter Wilhelmine Deppermann wird mit knapp 14 Jahren ihr Entlassungszeugnis von Schulleiter Rektor Rodehüser und anderen unterschrieben aushändigt.

Die Umstellung von der „Mark“ (M) auf die „Rentenmark“ (RM) im November 1923 mit einem Kurs von 1.000.000.000.000 M : 1 RM (1 Billion Mark zu 1 Rentenmark) beendete die Inflation, die durch die Finanzierung des Ersten Weltkriegs über Kriegsanleihen und die Reparationszahlungen nach dem Ersten Weltkrieg ausgelöst wurde und die junge Weimarer Republik wirtschaftlich wie politisch stark belastete. Sie war die auffälligste und kurzfristig erfolgreichste deutsche Währungsreform überhaupt. Die eigentliche Reform stellt das Münzgesetz vom 30. August 1924 dar, das die „Reichsmark“ (ebenfalls abgekürzt mit „RM“, 1 Rentenmark zu 1 Reichsmark) als offizielles Zahlungsmittel und eine Golddevisenkernwährung als deren Rückgrat festlegte.[4]

Literatur

Einzelnachweise bzw. Quellen

Baustelle

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